Essen in Buenos Aires: Parrilla, Empanadas und Cafés

Veröffentlicht: 5 Min. LesezeitBuenos Aires

Inhalt
  1. Wann und wie man in Buenos Aires isst
  2. Parrilla: Fleischstücke, Garstufen und Vorspeisen
  3. Pizza, Empanadas und das italienische Erbe
  4. Märkte und alte Cafés
  5. Bodegones und Viertelküche
  6. Süßes, Getränke und ein Beispieltag
  7. Praktische Tipps
  8. Weiter durch Südamerika

Wer in Buenos Aires gut essen will, braucht vor allem zwei Dinge: Appetit auf Rindfleisch vom Holzkohlegrill und Geduld mit späten Essenszeiten. Die Stadt verbindet spanische, italienische und argentinische Landküche, und wer weiß, wann welche Mahlzeit ansteht, findet schnell die richtigen Adressen.

Wann und wie man in Buenos Aires isst

Die Einheimischen, Porteños genannt, frühstücken leicht, essen mittags ordentlich, legen am späten Nachmittag die Merienda mit Kaffee und Gebäck ein und setzen sich zum Abendessen selten vor neun Uhr. Viele Restaurants öffnen gegen acht, doch ein halb leerer Saal zu dieser Stunde ist zwei Stunden später voll. Wer Menschenmengen meidet, kommt früh oder macht die Merienda zur zweiten Hauptmahlzeit.

Niemand drängt Sie zum Aufbruch; die Rechnung muss meist ausdrücklich verlangt werden. Manche Lokale berechnen ein Cubierto, ein Gedeck für Brot und Service, das ist normal. Bei gutem Service sind etwa zehn Prozent Trinkgeld üblich. Die Preise schwanken stark mit der Wirtschaftslage, deshalb sollten Sie sich an der Karte am Eingang orientieren und nicht an alten Angaben aus dem Netz.

Parrilla: Fleischstücke, Garstufen und Vorspeisen

Parrilla bezeichnet den Grill und das Restaurant darum herum. Das Fleisch gart über Glut und kommt meist nur mit Salz auf den Teller; Chimichurri ist eine Beilage, keine Tarnung. Beliebt sind Bife de Chorizo (dickes Roastbeef), Ojo de Bife (Ribeye), Vacío (Flanke) und Entraña (Zwerchfell). Zum Teilen bestellt man eine gemischte Parrillada. Als Vorspeise ist geschmolzener Provolone, die Provoleta, ein sicherer Tipp; Mutige probieren Molleja (Bries), Chinchulines oder Morcilla (Blutwurst).

Bei den Garstufen gilt: jugoso heißt rosa und saftig, a punto entspricht medium, bien cocido ist durchgebraten. Im Zweifel sagen Sie jugoso und vertrauen dem Grillmeister. Einfacher und günstiger ist ein Choripán, die Bratwurst im Brötchen, die Einheimische gern im Stehen essen.

Don Julio und La Cabrera

Don Julio zählt zu den besten Parrillas der Welt und ist für sorgfältig gereiftes Rindfleisch bekannt; die Abendzeiten sind schnell vergeben, also rechtzeitig reservieren. La Cabrera ist berühmt für großzügige Portionen Bife de Chorizo und Ojo de Bife, die mit vielen kleinen Beilagenschälchen serviert werden, ideal für Gruppen. Beide liegen im Raum Palermo, sodass Sie nach dem Essen noch durch das Viertel schlendern können.

Pizza, Empanadas und das italienische Erbe

Die italienische Einwanderung prägt die Küche stark. Die Pizza ist dick, käsereich und oft mit Zwiebeln statt Tomatensauce belegt. Der Klassiker ist die Fugazzeta, eine gefüllte Pizza mit Mozzarella und süßen Zwiebeln; Fainá, ein Kichererbsenfladen, wird traditionell auf das Pizzastück gelegt. Pizzería Güerrín an der Avenida Corrientes steht genau für diesen Stil, bekannt für Fugazzeta mit dickem Boden und Stücke, die man am Tresen im Stehen isst. Das Lokal liegt im Theaterviertel und passt gut vor oder nach einer Vorstellung.

Empanadas sind kleine gebackene oder frittierte Teigtaschen, in der Hauptstadt meist mit Rindfleisch, Schinken und Käse oder Humita (Süßmais). Wer weniger Fett möchte, bestellt sie al horno. Drei bis vier ergeben ein leichtes Mittagessen. Am 29. eines Monats werden traditionell Ñoquis gegessen, ein altes lokales Ritual.

Märkte und alte Cafés

Der Mercado de San Telmo, eine Markthalle von 1897 mit Eisendach, vereint Antiquitätenstände mit Empanadas und lokalen Gerichten. Zum Stöbern ist er ideal. Sonntags füllt der Straßenmarkt draußen das ganze Viertel; wer Ruhe sucht, kommt früh am Morgen. Danach lohnt ein Spaziergang durch die Kopfsteingassen.

Das Café Tortoni an der Avenida de Mayo ist seit 1858 geöffnet und für heiße Schokolade mit Churros bekannt. Es ist touristisch, aber ein echtes Stück Stadtgeschichte. Bestellen Sie ein Submarino, heiße Milch mit einer Schokoladentafel zum Auflösen, oder einen Cortado mit Medialunas, den kleinen süßen Hörnchen. Ebenfalls berühmt ist El Ateneo Grand Splendid, ein Buchhandels-Café in einem ehemaligen Theater, in dem der Kaffee auf der alten Bühne serviert wird; kommen Sie zur Öffnung, um dem Andrang zu entgehen. Wer Essen und Kultur verbinden will, findet in unserem Beitrag über die besten Museen Londons einen ähnlichen Ansatz.

Bodegones und Viertelküche

El Preferido de Palermo ist ein Lebensmittelladen mit Bar im alten Stil, mit traditionellen argentinischen Gerichten und Wurstplatten. Hier lebt das alte Buenos Aires weiter: Fliesenboden, geteilte Weinflaschen und riesige Milanesas. Zum Teilen eignet sich die Milanesa a la napolitana mit Schinken, Tomatensauce und Käse.

Einen Kontrast bietet das Barrio Chino de Belgrano, ein bunter Straßenzug mit asiatischen Läden, Nudelshops und Bubble-Tea-Ständen. Es ist keine argentinische Küche, zeigt aber, wie viele Gemeinschaften die Stadt geprägt haben, und ist nach mehreren Fleischmahlzeiten eine leichte Abwechslung. Gehen Sie am Nachmittag, wenn alles geöffnet ist.

Süßes, Getränke und ein Beispieltag

Dulce de Leche, Milchkaramell, steckt in Alfajores, Eis, Pfannkuchen und Gebäck. Das Eis folgt italienischer Tradition; probieren Sie Dulce de Leche Granizado. Mate ist weniger Getränk als geselliges Ritual: Wird er Ihnen gereicht, trinken Sie die Portion aus und geben das Gefäß erst dann zurück. Beim Wein steht der Malbec für das Land.

Ein Tag könnte so aussehen: Frühstück im Tortoni mit Cortado und Medialunas, vormittags durch den Mercado de San Telmo mit ein paar Empanadas, spätnachmittags Merienda im El Ateneo und danach ein langes Abendessen bei Don Julio oder La Cabrera. Alternativ gibt es vor dem Theater ein Stück Fugazzeta bei Güerrín.

Praktische Tipps

  • Große Parrillas einige Tage im Voraus reservieren.
  • Ruhetage prüfen, viele Lokale schließen montags oder zwischen Mittag und Abend.
  • Die Garstufe klar nennen: jugoso, a punto oder bien cocido.
  • Vegetarier kommen mit Provoleta, Humita-Empanadas, Pizza und Pasta gut zurecht.
  • Etwas Bargeld einplanen, falls Kartenzahlung nicht klappt.

In unserem Essensführer für Buenos Aires stehen alle genannten Orte mit Kategorie und bester Zeit, und Sie können einen Tagesplan erstellen, der sie geografisch sinnvoll ordnet.

Weiter durch Südamerika

Führt Ihre Route weiter nach Brasilien, hilft Rio de Janeiro in 3 Tagen. Wer in die Anden will, liest als Nächstes die besten Sehenswürdigkeiten in Cusco. Einen Überblick über das Land bietet die Argentinien-Seite.

← Zurück zum Blog