Wandern bei Cusco: Höhe, Sicherheit und Tagestouren
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Wer in Cusco wandern möchte, sollte mit kurzen Touren beginnen und die Anforderungen über mehrere Tage steigern. Die Stadt liegt auf rund 3.400 Metern, deshalb fühlt sich am ersten Tag schon ein sanfter Pfad anstrengend an. Dafür bietet die Umgebung eine ganze Leiter an Routen, vom zweistündigen Spaziergang oberhalb der Altstadt bis zur langen Tagestour zu einem Inka-Palast.
Warum die Höhe jede Planung bestimmt
Fast alle Wege hier beginnen auf Stadthöhe oder darüber und steigen weiter an. Begrenzt wird man deshalb meist von der Atmung, nicht von den Beinen. Kopfschmerzen, Herzklopfen schon an kleinen Steigungen, unruhiger Schlaf und fehlender Appetit sind typische Anzeichen. Oft lassen sie nach wenigen Tagen nach, aber man sollte sie nicht aus Ehrgeiz ignorieren.
Hilfreich sind einfache Gewohnheiten: einen ruhigen ersten Nachmittag einplanen, regelmäßig trinken, leicht essen, wenig Alkohol und bergauf bewusst langsamer gehen, als es nötig scheint. Cocatee wird fast überall angeboten, und viele empfinden ihn als wohltuend. Bei Herz-, Lungen- oder Blutkrankheiten, in der Schwangerschaft oder bei Unsicherheit sollten Sie vor der Reise mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen; ein Blogartikel ersetzt keine medizinische Beratung. Verschlechtern sich die Beschwerden statt besser zu werden, besonders bei Verwirrtheit, Atemnot in Ruhe oder anhaltend starken Kopfschmerzen, gilt der Abstieg in tiefere Lagen als Standardmaßnahme, und ärztliche Hilfe ist nötig.
Tag eins und zwei: leichte Touren zum Eingewöhnen
Der Klassiker beginnt mitten in der Stadt. Von der Kirche San Cristóbal führt ein Pfad zur steinernen Festung Sacsayhuamán und weiter zur Cristo-Blanco-Statue. Etwa vier Kilometer und rund 250 Höhenmeter; wegen der vielen Pausen brauchen die meisten zweieinhalb Stunden, und genau das ist das richtige Tempo. Gehen Sie gegen Abend, wenn das Licht auf die Mauern fällt und man über die roten Dächer blickt, und nehmen Sie auch dafür Wasser mit.
Eine zweite sanfte Möglichkeit ist der Rundweg um die Laguna Piuray bei Chinchero. Er ist vergleichsweise flach, etwa sechs Kilometer und gut zwei Stunden. Wählen Sie einen Sonntag, lässt er sich mit dem Markt von Chinchero verbinden. Statt Ruinen gibt es Felder, Schilf und Vögel, was angenehm ist, solange sich der Kopf noch anpasst.
Dritte leichte Option ist der Weg zwischen Piquillacta und Rumiqolqa im Südtal: von den Resten einer Wari-Stadt zu einem monumentalen Inka-Tor, rund fünf Kilometer in etwa zwei Stunden. Er führt in eine Ecke, die die meisten Kurzbesucher nie sehen.
Tag drei und vier: mittelschwere Routen
Tambomachay und Puca Pucara
Der Inka-Weg von Tambomachay vorbei an Q'enqo und Puca Pucara hinunter Richtung Sacsayhuamán ist etwa acht Kilometer lang. Weil er überwiegend bergab zur Stadt führt, ist er für einen noch nicht angepassten Körper freundlicher; wer müde wird, kann mit dem Minibus zurückfahren.
Maras und Moray
Die Wanderung Maras–Moray verbindet das Dorf Maras, die Salzterrassen und die kreisrunden Inka-Terrassen von Moray. Sie misst etwa neun Kilometer, dauert dreieinhalb Stunden und hat rund 250 Höhenmeter, aber kaum Schatten. Nehmen Sie Sonnencreme, Hut und mehr Wasser mit, als Sie denken; die Sonne ist in dieser Höhe auch bei kühler Luft kräftig.
Pisac und Ollantaytambo
Im Heiligen Tal steigt der Pfad zu den Ruinen von Pisac steil vom Dorf zu Inka-Terrassen auf, etwa sechs Kilometer und 500 Höhenmeter. Ein Tipp der Einheimischen: mit dem Taxi hinauf, zu Fuß hinunter. In Ollantaytambo ist der Weg nach Pinkuylluna nur rund zwei Kilometer lang, aber steil, und führt zu Inka-Speichern über dem Ort. Starten Sie früh, um Gedränge und Hitze zu meiden.
Die große Tour: Huchuy Qosqo
Sobald Sie sich fit fühlen, wartet die längste Tagestour dieser Auswahl: Huchuy Qosqo, ein kleiner Inka-Palast hoch über dem Heiligen Tal. Ab einem Ausgangspunkt nahe Tambomachay sind es etwa zehn Kilometer, rund fünf Stunden und circa 600 Höhenmeter. Da Hin- und Rückfahrt umständlich sind, buchen viele eine geführte Tour mit Transport. Für die ersten zwei Tage ist das nichts.
Sicherheit unterwegs
- Sagen Sie jemandem Ihre Route und die geplante Rückkehrzeit, und gehen Sie abgelegene Abschnitte nicht allein.
- Packen Sie Wasser, eine warme Schicht, Regenjacke, Sonnenschutz und einen Snack ein; das Wetter in den Anden kann binnen einer Stunde umschlagen.
- Starten Sie morgens. In der Regenzeit sind Wolken und Schauer nachmittags häufiger, und nach Sonnenuntergang wird es schnell dunkel.
- Tragen Sie feste Schuhe mit Profil; Steinstufen und staubige Hänge sind besonders nass rutschig.
- Nehmen Sie wenig Wertsachen mit und achten Sie an belebten Startpunkten auf Ihr Gepäck.
- Zugangsregeln und Eintrittskarten ändern sich, und manche Orte verlangen ein Ticket oder einen registrierten Guide; informieren Sie sich vor Ort.
Reisezeit, Ausrüstung und ein Fünf-Tage-Plan
Die Trockenzeit, die grob die Jahresmitte umfasst, bringt meist klareren Himmel und festere Wege; in der Regenzeit werden die Pfade matschig, und die Sicht sinkt. Morgens ist es oft kalt, auch wenn es nachmittags warm wird, also im Zwiebelprinzip kleiden. Stöcke helfen bei steilen Abstiegen, und eine kleine Reiseapotheke ist ihr Gewicht wert.
Wer nicht weiß, wie er die Touren ordnen soll, folgt einer einfachen Steigerung: Tag 1 Stadtgassen und langsamer Aufstieg nach Sacsayhuamán, Tag 2 See oder Piquillacta, Tag 3 Tambomachay und Puca Pucara, Tag 4 Maras–Moray oder Pisac, Tag 5 Huchuy Qosqo, falls Sie fit sind. So gewöhnt sich der Körper an die Höhe, und jeden Tag gibt es etwas Besonderes zu sehen.
Für weniger anstrengende Ausflüge lesen Sie unseren Beitrag über die Sehenswürdigkeiten in Cusco. Wer anschließend weiter durch Südamerika reist, erlebt mit Rio de Janeiro in 3 Tagen einen krassen Wechsel von Höhe und Klima.
Eigene Wandertage zusammenstellen
Jeder gewöhnt sich unterschiedlich schnell an die Höhe, deshalb ist die Reihenfolge ein Vorschlag, keine Vorschrift. Der Cusco-Reiseführer erklärt Verkehrsmittel und Viertel, die Wanderseite nennt Länge und Schwierigkeit jeder Route, und im Cusco-Planer stellen Sie ein Tagesprogramm zusammen. Mehr zum Land finden Sie unter Peru.