Wandern bei Tokio: Tagesausflüge zu Takao und Mitake
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Wer von Tokio aus wandern möchte, braucht kein Auto: Der Berg Takao eignet sich als erster Ausflug, Mitake für Wald und Ruhe, Oyama für einen echten Aufstieg. Alle drei erreicht man mit Zug und Bus in ein bis eineinhalb Stunden, sodass jede Tour als Tagesausflug aus der Stadt funktioniert.
Tokio ist näher an den Bergen, als man denkt
Auf der Karte wirkt Tokio wie ein endloses Häusermeer. Im Westen und Süden aber endet die Ebene fast übergangslos, und Höhenzüge mit Zedernwald beginnen. Weil das Bahnnetz bis an den Fuß der Berge reicht, fühlt sich eine Wanderung hier eher wie eine lange Pendelfahrt mit Aussicht an als wie eine Expedition. Spät frühstücken, vormittags auf dem Pfad sein, abends in Shinjuku essen: das klappt.
Stellen Sie sich eine Leiter vor. Unten liegen die Stadtparks, flach und ideal für den Morgen nach dem Langstreckenflug. In der Mitte steht der Takao mit Seilbahn, befestigten Abschnitten und vielen Besuchern. Weiter oben folgen Mitake und Oyama, wo die Wege steiler werden, weniger Leute unterwegs sind und gutes Schuhwerk zählt. Wählen Sie nach Kondition und Wetter, nicht nach Fotos.
Berg Takao: der sanfte Einstieg
Der Berg Takao wird vom Michelin-Führer empfohlen, bietet Tempel am Weg und bei klarer Sicht einen Blick Richtung Fuji. Startpunkt ist der Bahnhof Takaosanguchi, der direkt von Shinjuku aus erreichbar ist, also ohne kompliziertes Umsteigen.
Die übliche Route ist etwa 3,8 Kilometer lang, dauert zu Fuß ungefähr anderthalb Stunden und überwindet rund 400 Höhenmeter. Mit Tempelstopps und Rast am Gipfel sollte man drei bis vier Stunden einplanen. Unser Tipp: Mit Seilbahn oder Sessellift hinauf, zu Fuß hinunter. Das schont die Knie und lässt mehr Kraft für den Wald. Die beste Zeit sind Oktober und November, wenn sich das Laub färbt.
- Wenn möglich unter der Woche kommen; an Herbstwochenenden sind die Wege voll.
- Wasser und eine leichte Jacke mitnehmen, oben ist es kühler als am Bahnhof.
- Betriebszeiten der Bahnen ändern sich je nach Saison; auf der offiziellen Seite prüfen.
Mitake: Schrein, Zedernwald und Felsschlucht
Wem der Takao zu voll ist, der findet am Berg Mitake mehr Ruhe. Der heilige Berg hat einen Schrein nahe dem Gipfel, alten Zedernwald und eine Felsschlucht namens Rock Garden. Von der Innenstadt dauert die Anreise etwa anderthalb Stunden: Zug zum Bahnhof Mitake, dann Bus und eine kurze Seilbahn, die den ersten steilen Abschnitt erspart.
Der Rundweg mit Schrein und Rock Garden misst etwa neun Kilometer, dauert rund vier Stunden und hat etwa 450 Höhenmeter. Er gilt als mittelschwer und passt zu jedem, der einen halben Tag zügig gehen kann. Die Schlucht mit bemoosten Felsen, kleinen Wasserfällen und Wasserrauschen ist der Höhepunkt. Nasse Steine sind rutschig, deshalb gehören griffige Sohlen an die Füße.
Oyama: der anspruchsvollste Aufstieg
Den Berg Oyama in der Präfektur Kanagawa besteigen Pilger seit der Edo-Zeit. Neben der Geschichte lockt vor allem die Aussicht auf die Stadt und bei gutem Wetter aufs Meer. Es ist die härteste der drei Touren: etwa 800 Höhenmeter auf rund acht Kilometern, knapp viereinhalb Stunden Gehzeit.
Der Zugang beginnt an der Talstation der Ōyama-Seilbahn, anderthalb Stunden von Tokio entfernt. Planen Sie einen vollen Tag ein: früh starten, mehr Wasser mitnehmen als gedacht und den Abstieg vor Einbruch der Dämmerung beginnen. Bei Nässe werden die Pfade rutschig, direkt nach Starkregen sollte man nicht aufsteigen.
Grüne Alternativen mitten in der Stadt
Der Yoyogi-Park neben dem Meiji-Schrein hat weite Wiesen und baumgesäumte Wege; sonntags gibt es Straßenmusik und Auftritte. Der Shinjuku Gyoen vereint japanische, französische und englische Gartenstile und ist ein Klassiker zur Kirschblüte Ende März und Anfang April. Alkohol ist dort nicht erlaubt, nehmen Sie also Essen fürs Picknick mit.
Im Herbst bietet der Rikugien-Garten eine kurze Runde um einen Teich in einem Spaziergarten aus der Edo-Zeit, an manchen Abenden wird das Laub beleuchtet. An der Bucht liegt der Odaiba-Küstenpark mit Promenade und Blick auf die Rainbow Bridge und die Skyline, am schönsten bei Sonnenuntergang. Im Osten bietet der Kasai-Rinkai-Park ein Riesenrad, Uferwege und ein Vogelbeobachtungsgebiet; ein Fernglas lohnt sich.
Praktisch planen
Eine aufladbare Verkehrskarte erspart das Ticketkaufen bei jedem Umstieg. Laden Sie Route und Rückfahrzeiten vorab herunter, denn im Wald kann der Empfang schwach sein. Prüfen Sie die Abfahrt des letzten Zuges von der Bergstation, sie liegt oft früher als erwartet und ist der häufigste Anfängerfehler.
Für den Rest der Reise hilft unser Beitrag Was man in Tokio essen sollte, um das Abendessen nach dem Abstieg auszuwählen. Wie sich eine Hauptstadt mit Bergen vor der Tür verbinden lässt, zeigt auch die Dreitagesroute durch Seoul.
Eine Schüssel Ramen oder ein Teller Tempura nach der Tour schmeckt mit müden Beinen besonders gut. Kleiden Sie sich im Zwiebelprinzip, packen Sie leicht und halten Sie einen Park als Ausweichplan bereit, falls das Wetter kippt.
Legen Sie den Berg auf den Tag mit der besten Vorhersage. Starten Sie mit dem Plan für Tokio, passen Sie die Tage an, und ergänzen Sie den Rest mit dem Tokio-Reiseführer.