Wien Museen: Die besten Häuser und wie man sie kombiniert
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Wer in Wien nur wenig Zeit hat, kommt mit vier Häusern gut zurecht: dem Kunsthistorischen Museum für die alten Meister, dem Oberen Belvedere für Klimt, der Albertina für die Klassische Moderne und dem Leopold Museum für Egon Schiele. Wer sich mehr für das Kaiserhaus als für Gemälde interessiert, ersetzt eines davon durch Schloss Schönbrunn. Hier steht, wie man auswählt, wie man die Besuche geografisch bündelt und worauf man bei Tickets achten sollte.
Warum Wien eine Museumsstadt ist
Jahrhundertelang regierten die Habsburger von Wien aus und sammelten, was zu haben war: Gemälde, Rüstungen, Münzen, Mineralien, Instrumente, ausgestopfte Tiere. Als im 19. Jahrhundert die Stadtmauern fielen und die Ringstraße entstand, bekamen viele dieser Sammlungen monumentale Neubauten. Deshalb liegen so viele Spitzenmuseen am Ring oder gleich daneben, und ein Besuch fühlt sich oft eher nach Schlossbesichtigung als nach Galeriegang an.
Der zweite Grund ist die Bandbreite. Mit wenigen Straßenbahnstationen wechselt man von Bruegel zu Schiele, vom Dinosaurier-Saal in ein Klangmuseum, in dem man ein virtuelles Orchester dirigieren darf. Öffnungszeiten, Ruhetage und Preise ändern sich; prüfen Sie vor dem Besuch immer die offizielle Website des jeweiligen Hauses.
Die vier großen Häuser für Kunstfreunde
Kunsthistorisches Museum
Hier liegen die Sammlungen der Habsburger, und es ist die erste Wahl, wenn Sie das klassische große Museum suchen. Die Werke von Bruegel und Vermeer ziehen die meisten Besucher an, und schon das Treppenhaus mit der Kuppel verdient ein paar Minuten, bevor Sie den ersten Saal betreten. Versuchen Sie nicht, alle Stockwerke zu sehen. Wählen Sie die Gemäldegalerie und höchstens einen weiteren Bereich, und gönnen Sie sich eine Pause im Café unter der Kuppel.
Oberes Belvedere
Das barocke Schloss auf dem Hügel zeigt Klimts berühmten Kuss. Vor diesem Bild kann es eng werden; sehen Sie sich deshalb zuerst die übrigen Räume an und kommen Sie zurück, wenn sich die Gruppe verlaufen hat. Der Garten zwischen Oberem und Unterem Belvedere eignet sich danach für einen Spaziergang mit Blick Richtung Innenstadt, wenn das Wetter klar ist.
Albertina
Die Albertina wird gern unterschätzt. Sie zeigt moderne Kunst von Monet bis Picasso, und auch die prunkvollen Repräsentationsräume des früheren Palais sind zugänglich, sodass Malerei und habsburgische Interieurs in einem Besuch zusammenkommen. Sie liegt direkt neben Oper und Hofburg und ist daher der einfachste Kunststopp beim Bummel durch die Altstadt.
Leopold Museum
Es besitzt die weltweit größte Sammlung von Werken Egon Schieles. Das Haus steht im MuseumsQuartier, einem weitläufigen Hofareal mit Cafés, Sitzgelegenheiten und weiteren Institutionen, wo man einen Nachmittag verbringen kann, ohne zwischen Gebäuden zu hetzen. Wer die gespannte, kantige Linie Schieles mag, nutzt diese zwei Stunden besser als in einer zweiten Galerie alter Meister.
Jenseits der Malerei: Kaiserhaus, Wissenschaft und Musik
Schloss Schönbrunn, die UNESCO-geschützte Sommerresidenz der Habsburger, hat 1.441 Räume, von denen nur ein Teil zu sehen ist. Es lohnt sich für einen halben Tag, wenn man verstehen will, wie der Hof lebte; die Gärten kann man separat erkunden. In der Hofburg erzählt das Sisi Museum die Geschichte der Kaiserin Elisabeth neben den Kaiserappartements und der Silberkammer, ein persönlicherer Blick als bei üblichen Schlossführungen.
Das Naturhistorische Museum liegt dem Kunsthistorischen gegenüber, auf der anderen Seite des Platzes, im gleichen monumentalen Stil. Darin finden sich Dinosaurier, Mineralien und die Venus von Willendorf, eine kleine prähistorische Figur von rund 29.500 Jahren. Gut für Familien oder für alle, die mittags genug von Gemälden haben.
Musik ist das andere große Thema der Stadt. Das Haus der Musik ist ein interaktives Klangmuseum, in dem man sogar ein virtuelles Orchester dirigieren kann, viel lebendiger als eine klassische Komponistenausstellung. Ganz anders ist das Technische Museum Wien, das Technikgeschichte von der Lokomotive bis ins digitale Zeitalter zeigt.
So kombinieren Sie die Häuser ohne Überforderung
Eine praktische Faustregel lautet: vormittags ein großes Museum, nachmittags ein leichterer Stopp, dazwischen Kaffee. Drei Kombinationen nach Lage:
- Ringtag: vormittags Kunsthistorisches Museum, Kaffee im MuseumsQuartier, danach das Leopold Museum, alles zu Fuß.
- Altstadttag: Albertina, Sisi Museum in der Hofburg und Haus der Musik, nah genug für einen Fußweg.
- Schlosstag: vormittags Oberes Belvedere, nachmittags Schönbrunn, verbunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Gärten als Verschnaufpause.
Viele Museen haben einen wöchentlichen Ruhetag und einen langen Abend, der je nach Haus verschieden ist. Bauen Sie die Reihenfolge darum herum und heben Sie sich das wichtigste Museum nicht für den letzten Reisetag auf.
Tickets, Pässe und freier Eintritt
Zwei Angebote sind gut zu kennen: Der Vienna PASS deckt mehrere Sehenswürdigkeiten zu einem Preis ab, und das Sisi Ticket verbindet Schönbrunn, Hofburg und Möbelmuseum. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viele Orte Sie tatsächlich besuchen; zählen Sie die geplanten Häuser und vergleichen Sie die aktuellen Preise auf den offiziellen Seiten.
Unter 19-Jährige haben in den meisten Bundesmuseen freien Eintritt, einzelne Häuser bieten zudem Gratistage. Mit Jugendlichen sollten Sie einen Altersnachweis dabeihaben. Zeitfenster-Tickets für die gefragtesten Räume online zu buchen spart Zeit, besonders in der Hauptsaison und an Regentagen.
Praktische Hinweise
- Meiden Sie den späten Vormittag im Belvedere und in Schönbrunn, wenn die Gruppen eintreffen.
- Nutzen Sie die Garderobe für Mäntel und Rucksäcke, die vielerorts ohnehin Pflicht ist.
- Legen Sie Pausen in Museumscafés ein; einige sind selbst eine Sehenswürdigkeit.
- Planen Sie eine Regenvariante: Technisches Museum und Naturhistorisches Museum eignen sich gut für Familien.
- Fotografieren ist nicht überall gleich geregelt; fragen Sie am Eingang nach.
Nach einem langen Tag zwischen Bildern ist ein Stück Torte mit Melange die klassische Belohnung; in unserem Beitrag zu Essen und Trinken in Wien steht, woher die Kaffeehaustradition kommt und was Sie bestellen sollten. Und wer gern Hauptstädte vergleicht, findet in den Berliner Museen eine ganz andere Sammlungslogik rund um die Museumsinsel.
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