Bangkok Tempel: Welche sich lohnen und wie man sie besucht
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Bangkok hat Hunderte Tempel, und wer drei Tage hat, muss auswählen. Am besten nimmt man drei bis vier Tempel aus verschiedenen Teilen der Altstadt, kommt früh, kleidet sich angemessen und plant zusätzlich eine lebendige Tradition wie eine Khon-Aufführung ein. Dann wird aus der Reise mehr als eine Sammlung goldener Dächer.
Auswahl nach Charakter statt nach Anzahl
Ein thailändischer Tempel, Wat genannt, ist kein Museum, sondern ein aktives Kloster und Treffpunkt des Viertels. Zwischen den Reisegruppen sieht man Mönche, Schulkinder und Büroangestellte, die Opfergaben bringen. Deshalb lohnt es sich, nach Charakter zu wählen: einen königlich-monumentalen Tempel, einen ruhigen, einen mit Aussicht und einen abseits der Hauptrouten.
Im alten Königsviertel Rattanakosin liegen der Große Palast, Wat Pho und Wat Arun dicht beieinander; man verbindet sie zu Fuß und mit einer kurzen Fährfahrt. Der Goldene Berg und Wat Suthat befinden sich etwas weiter östlich, der Marmortempel in einem ruhigeren, grüneren Viertel. Öffnungszeiten und Eintrittsregeln ändern sich, prüfen Sie sie vor der Reise auf den offiziellen Seiten.
Kleiderordnung und Benehmen
In jedem Tempel müssen Schultern und Knie bedeckt sein; ein leichtes Tuch oder Hemd im Rucksack hilft. Vor dem Betreten der Gebetshalle zieht man die Schuhe aus, meist an einer markierten Stelle. Beim Sitzen sollten die Füße nicht auf ein Buddhabild zeigen. Sprechen Sie leise, berühren Sie keine heiligen Gegenstände und klettern Sie für Fotos nie auf Statuen.
Respekt vor dem Königshaus gehört in Thailand zum öffentlichen Leben, und der Große Palast setzt seine Kleiderregeln konsequent durch. Wer in kurzen Hosen kommt, kann am Eingang abgewiesen werden. Auch Mönche haben eigene Regeln; Frauen sollten sie nicht berühren und ihnen nichts direkt reichen.
- Leichte lange Hose oder langer Rock und ein Oberteil, das die Schultern bedeckt.
- Socken, falls Sie auf heißem Steinboden nicht barfuß laufen mögen.
- Eine kleine Tasche, denn großes Gepäck ist im Palastbereich oft ein Problem.
- Tickets nur am offiziellen Schalter kaufen und freundlichen Fremden, die behaupten, der Tempel sei heute geschlossen, nicht glauben.
Der königliche Kern: Palast, Wat Pho, Wat Arun
Großer Palast und Smaragd-Buddha
Der Große Palast ist seit 1782 das zeremonielle Herz der Stadt und beherbergt den Tempel des Smaragd-Buddha. Rechnen Sie mit etwa drei Stunden. Die glänzenden Hallen, Wandbilder und mythischen Wächterfiguren beeindrucken, doch Hitze und Andrang wachsen über den Tag; kommen Sie zur Öffnung und essen Sie vor dem Höhepunkt außerhalb zu Mittag.
Wat Pho mit dem liegenden Buddha
Gleich nebenan ist Wat Pho für den 46 Meter langen liegenden Buddha bekannt, dessen Fußsohlen mit Perlmutt verziert sind. Die Anlage mit ihren Chedi-Reihen und stillen Höfen gilt zudem als Wiege der traditionellen Thai-Massage. Nach dem Trubel im Palast fühlt sich eine kurze Behandlung oder ein Spaziergang hier wie eine Belohnung an.
Wat Arun am anderen Ufer
Eine Fähre bringt Sie zu Wat Arun, dem Tempel der Morgenröte, dessen hoher Prang mit Porzellanstücken verziert ist. Viele steigen die steilen Stufen hinauf, doch auch von unten ist der Anblick schön. Am späten Nachmittag wärmt das Licht den Turm, und abends vom Flussboot wirkt er noch einmal anders.
Jenseits der großen Drei
Wer das bekannte Trio schon gesehen hat oder mehr als einen Tag hat, entdeckt eine reichere zweite Ebene. Wat Saket, der Goldene Berg, ist ein künstlicher Hügel mit rund 300 Stufen und einem kleinen Tempel oben. Der Aufstieg ist leicht und belohnt mit weitem Blick über die Altstadt, besonders kurz vor Sonnenuntergang.
Wat Suthat steht gegenüber der roten Riesenschaukel und hat eine der höchsten buddhistischen Hallen des Landes. Er ist deutlich ruhiger als die Spitzenreiter in Rattanakosin und lässt sich gut mit einem Mittagessen in den umliegenden Gassen verbinden. Wat Benchamabophit, der Marmortempel, besteht aus Carrara-Marmor mit einigen europäischen Akzenten und zierte einst die alte Fünf-Baht-Münze. Früh am Morgen sind die Höfe still.
Im modernen Zentrum liegt der Erawan-Schrein, ein kleiner, stets belebter Schrein für den vierköpfigen Brahma. Blumen, Räucherwerk und manchmal bestellte Tanzdarbietungen werden als Gaben gebracht. Eine halbe Stunde genügt; respektvoll ist es, am Rand zu stehen und Betende nicht zu behindern.
Lebendige Kultur: Khon und Alltagsrituale
Tempel sind nur eine Hälfte der Kultur Bangkoks, die andere sind Aufführung und Alltagsritual. Das Sala Chalermkrung Royal Theatre, ein Art-déco-Haus von 1933, zeigt Khon, das maskierte Tanzdrama nach dem Ramakien-Epos. Es gibt nicht jeden Tag Vorstellungen, also prüfen Sie den Spielplan vor der Routenplanung und reservieren Sie nach Möglichkeit.
Auch ohne Ticket fallen kleine Rituale auf: Jasminkränze am Taxispiegel, Geisterhäuschen vor Bürogebäuden, Passanten, die sich vor Schreinen leicht verneigen. Den Einheimischen dabei zuzusehen, erklärt mehr als jede Infotafel. Wenn Sie danach essen wollen, zeigt unser Bangkok-Street-Food-Guide, wie sich Märkte um viele dieser Tempel gruppieren.
Beispielrouten
Die klassische Tagesroute
Zur Öffnung im Großen Palast, zu Fuß nach Wat Pho, ein ruhiges Mittagessen, nachmittags mit der Fähre nach Wat Arun. Wer noch Kraft hat, endet mit dem Sonnenuntergang am Goldenen Berg. Das ist ein voller Tag; in heißen Monaten gehören Wasser- und Schattenpausen dazu.
Die gemächlichere Zwei-Tages-Variante
Tag eins: Palast und Wat Pho. Tag zwei: Wat Suthat, Riesenschaukel, Goldener Berg und abends eine Khon-Aufführung. Der Marmortempel passt gut an den nächsten Vormittag. Dieses Tempo eignet sich für Familien und ältere Reisende und erlaubt, jeden Tempel mit einer Mahlzeit zu verbinden.
Wer weiter durch Südostasien reist, kann den Ablauf mit dem Zwei-Tages-Plan für Hanoi vergleichen, der ebenfalls Kulturerbe und Essen verbindet. Für Bangkok lässt sich die genaue Route mit unserem Tag-für-Tag-Plan zusammenstellen; alle Tempel stehen auf der Kulturseite.
Tipps für einen entspannten Besuch
- Früh starten, denn Hitze und Andrang steigen ab dem späten Vormittag schnell.
- Zwischen den Stätten in Rattanakosin Flussboote und lokale Verkehrsmittel nutzen, statt mit Schleppern zu verhandeln.
- Preise, Zeiten und Kleiderregeln als veränderlich betrachten und auf offiziellen Seiten prüfen.
- Kleingeld für Spenden und Schuhaufbewahrung bereithalten.
- Lieber drei oder vier Tempel genießen als sieben abhaken.
Bangkok belohnt Geduld. Tempel, die auf Fotos ähnlich aussehen, wirken vor Ort ganz verschieden, sobald man Gesänge, Weihrauchduft und die Gesten der Gläubigen wahrnimmt. Wählen Sie wenige aus, gehen Sie langsam und kleiden Sie sich respektvoll. Zum Einstieg hilft der Stadtführer, dessen Reihenfolge Sie Ihrem Tempo anpassen können.